Die Votivbildsammlung

Die Basilika Mariazell beherbergt derzeit etwa 2500 Votivbilder und somit die größte derartige Sammlung in Österreich. Darunter sind etwa 510 Gemälde im engeren Sinn d.h. auf Leinwand bzw. Holz- oder Blechtafeln gemalte Bilder, 860 mit Widmungen versehene Drucke, 340 gestickte Textilbilder, sowie Kastenbilder, Klosterarbeiten, Collagen, gerahmte und gewidmete Fotografien, Marmortafeln und Grafiken. Nicht berücksichtigt in dieser Aufzählung sind die ca. 3200 Votivgaben - die unzähligen Eheringe, Schmuckstücke, Brautschleier und Rosenkränze, sowie die eigentlichen „Schatzkammerstücke" aus Gold, Silber und Edelsteinen. Großteils eingeschmolzen wurden die auch in Mariazell üblichen Wachs- und Silbervotive. Aber besteht nicht im Grunde die gesamte Kirche und ihre Ausstattung aus Votivgaben? - Der gotische Mittelturm eine Stiftung des König Ludwigs I. von Ungarn, die silberne Gnadenstuhlgruppe am Hochaltar eine Votivgabe Kaiser Karls VI. oder das silberne Gitter vor der Gnadenkapelle anlässlich einer der zahlreichen Wallfahrten Kaiserin Maria Theresias im Jahr 1753 versprochen.

 

Grundsätzlich war die Barockzeit die Blütezeit vieler Wallfahrtsbräuche, wie auch dem, des Stiftens von Votivbildern und Votivgaben und man kann davon ausgehen, dass in der Zeit zwischen 1600 und 1780 tausende Votivbilder nach Mariazell gebracht wurden. Dass heute bedauerlicherweise nur mehr knapp 20 Votivbilder des 17. und 18. Jh. erhalten sind, ist vor allem den Verboten Kaiser Joseph II (1780 -1790) zuzuschreiben. Zwischen 1797 und 1809 beeinträchtigten dann die „Franzosenkriege" das Wallfahrtswesen und in der Nacht des 1. November 1827 fiel schließlich fast der gesamte Ort Mariazell den Flammen zum Opfer, wobei auch die Basilika schwer beschädigt wurde. Und da die Votivbilder keinen hohen materiellen Wert darstellten, wurden sie in der Vergangenheit - wenn sie verschmutzt, beschädigt oder durch einen der Brände verrußt waren - nicht restauriert, sondern entsorgt oder verschenkt.

 

So ist es nicht verwunderlich, dass ältere Votivbilder eher in Museen wie dem Volkskundemuseum Graz und Wien erhalten sind, als innerhalb der Basilika und es sich bei den in Mariazell erhaltenen Votivbildern fast ausschließlich um solche aus dem 19. und 20. Jahrhundert handelt. Das älteste noch vor Ort erhaltene Votivbild stammt von 1633 und wurde von Jakob Schirich v. Eberstorff für seine an Fraisen erkrankte Tochter gestiftet.

 

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