Die Gnadenkapelle steht noch heute an der ursprünglichen Stelle der Gründung. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und zeigt sich als zentrales barockes Bauwerk innerhalb der Basilika. Der heutige trapezförmige Grundriss stammt von 1690. Ältere Teile aus dem 14. Jahrhundert wurden in diesen Bau integriert. Das Steinrelief über dem Eingang wird der Parlerschule von 1369 zugeschrieben. Es soll die Portraitbüsten König Ludwigs I. von Ungarn und seiner Gemahlin Elisabeth als Erbauer der gotischen Kapelle darstellen.
Im Jahre 1756 stifteten Kaiser Franz I. und Kaiserin Maria Theresia anlässlich des 600-jährigen Bestehens der Wallfahrtskirche das wertvolle Silbergitter. An den Seiten befinden sich die Initialen des Kaiserpaares, das Kaiserwappen mit der deutschen Reichskrone sowie das ungarische Wappen. Die Inschrift unter dem Doppeladler verweist auf ein früheres, von Kaiser Leopold I. gestiftetes Gitter. Das Gitter wurde von den Wiener Goldschmieden Josef Würth und Joseph Moser gefertigt.
Auf den Dreiviertelsäulen an der Aussenseite stehen unter gotischen Baldachinen die Statuen des Heiligen Benedikt und des Heiligen Lambert, der beiden Patrone des Stiftes St. Lambrecht. Bewegte Statuen des Heiligen Josef sowie der Eltern Mariens - Joachim und Anna - bekrönen die Gnadenkapelle. Die Figuren sind Werke von Lorenzo Mattielli aus dem Jahr 1734.