Die Wolken, lebensgroßen Engel, Putten und Puttoköpfchen der Engelsglorie sind aus Lindenholz geschnitzt und mit Blattgold auf rotem Poliment vergoldet. Durch zahlreiche kleine Veränderungen im Laufe von drei Jahrhunderten, sowie einen schwerwiegenden Eingriff im Zuge der Renovierung in den 50er Jahren war die ursprünglich dreidimensionale Anordnung der Glorie verflacht und ihrer Dynamik beraubt worden. Flügel waren vertauscht, Wolken beliebig mit Draht an anderen Wolken befestigt und Strahlen in falscher Ausrichtung montiert worden. Auch die Vergoldung war mehrfach überarbeitet und die Glanz-Matteffekte zur Erhöhung der Plastizität, durch eine fast vollständige Neuvergoldung 1956 missachtet. Darüber hinaus war der ästhetische Gesamteindruck wegen der orangetonigen Farbigkeit der Neuvergoldung ein unbefriedigender.
Mit Hilfe einer Kombination von älteren Bildern und Fotos, montagetechnischen Hinweisen und an der Rückseite vorhandenen Beschriftungen, versuchte Carl Maria Stepan den ursprünglichen Aufbau wieder zu rekonstruieren und formale Unstimmigkeiten zu beseitigen. Jede Veränderung wurde zeichnerisch und schriftlich dokumentiert.