Bis 1899 war das äußere der Gnadenkapelle unverkleidet aus rohen Werksteinen. Erst kurz vor dem 750-Jahrjubiläum erfolgte die Verkleidung mit farbigem Stuckmarmor. Während der Restaurierung entdeckten wir dann, dass auch das Innere der Gnadenkapelle nicht einfach bemalt, sondern mit in Blautönen gehaltenem Stuckmarmor überzogen ist. Eine durch die vielen Kerzen im Inneren der Kapelle über die Jahrzehnte entstandene dicke Rußschicht überzog Decke und Wände, so dass diese völlig geschwärzt waren und auch die an den Himmel geschraubten vergoldeten Sterne vorerst nicht erkennbar waren. Die Stuckmarmorrestaurierung im Inneren der Kapelle aber auch an den Außenwänden führte das fachkundige Team der Fa. Leodolter aus. Die Außenverkleidung wurde sorgfältig gereinigt, alte unansehnliche Ausbesserungen ersetzt und die Flächen neu aufpoliert. In Bodennähe musste der Stuckmarmor erneuert werden, da durch aufsteigende Feuchtigkeit die Substanz bereits so stark geschädigt war, dass eine Konservierung nicht mehr sinnvoll erschien.
Die Schließung der rückseitigen Abbruchfläche nach Abbau des Kriegergedächtnisaltares erfolgte auf der Grundlage historischer Aufnahmen von 1910 und entsprechend der übrigen Innen- und Außenverkleidung ebenfalls in Stuckmarmor. Diese schwierige Rekonstruktion führt der deutsche Stuckmarmorspezialist Silla aus.